Mir wurde zugeflüstert, dass der Teufel mitten im Zentrum der Hansestadt Lübeck  auf einer Bank sitzen soll.  Ausgerechnet neben einem Gotteshaus, der evangelischen St. Marienkirche, am Marienkirchhof 1. Liegen Himmel und Hölle tatsächlich so dicht beieinander?  Das muss ich genauer wissen und werde mich mutig in die Nähe des vermeintlichen Satans wagen.

Lübeck soll ebenfalls die Stadt der kurzen Wege sein – aber stimmt das? Das wäre sehr gut für mich. Denn ich erledige alles zu Fuß,  mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies werde ich gleich auf meiner Entdeckungstour durch Lübeck mit überprüfen.

Auf geht es zu Fuß, um der St. Marienkirche einen Besuch abzustatten. Gewappnet mit einem Schrittzähler und gerüstet mit Rucksack und bequemen Schuhen, starte ich vom Holstentor aus, dem Wahrzeichen von  Lübeck,  in die Innenstadt. Immer geradeaus, bis ich mitten in der Stadt am Kohlmarkt angekommen bin. Von dort gehe ich direkt zum Marienkirchhof.

Und tatsächlich – da sitzt er! Nach gut  466 Metern,  gezählten 666 Schritten und 16 verbrauchten Kalorien, blicke ich dem Teufel direkt ins Gesicht: In Bronze gegossen grinst mich Luzifer schelmisch an,  als wollte er mich neben sich auf die Steinbank locken.  Doch als „Lübsches Engelchen“ werde ich mich nicht so einfach um seinen Pferdefuß wickeln lassen. Warum hockt der Höllenfürst  hier auf Erden vor diesem heiligen Ort und hält nicht,  wie landläufig angenommen, vor seinem Höllentor Wache?

Des Rätsels Lösung erblicke ich auf einer Anschlagtafel direkt an der St. Marienkirche.  Es handelt sich demnach um eine Sage und dort  steht  über den Teufel von St. Marien geschrieben:

Die Teufelsfigur auf dem Teufelsstein von St. Marien 
"Als man die Grundmauern der Marienkirche legte, glaubte der Teufel, daß man dabei sei, ein Weinhaus zu errichten. Das gefiel ihm, denn so manche Seele hatte über einen solchen Ort den Weg zu ihm genommen. Er mischte sich deshalb unter die Arbeiter und half. Kein Wunder, daß der Bau erstaunenswert schnell in die Höhe wuchs. Doch mußte der Teufel eines Tages erkennen, worauf es hinaus lief mit dem Bau, und voller Wut schleppte er einen gewaltigen Felsbrocken herbei, die angefangene Kirche damit zu zertrümmern. Schon brauste er durch die Lüfte heran, da rief ihm ein kecker Geselle zu: "Haltet ein Herr Teufel! Laßt stehn, was steht! Wir bauen Euch dafür neben der Kirche ein Weinhaus!" Das schien dem Teufel geratener; er ließ den Stein hart vor der Mauer der Kirche fallen. Dort liegt er noch und zeigt deutlich die Eindrücke der Teufelskrallen, und gleich neben der Kirche wurde der Ratsweinkeller erbaut."

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Ich sitze neben dem Teufel von St. Marien – Bronzefigur von Rolf Goerler Bildhauer zu Lübeck 1999

Stimmt. Der Ratskeller ist gleich nebenan, Am Kohlmarkt gelegen. Nur 128 Meter, 180 Schritte und 6 verbrauchten Kalorien vom Bronzeteufel entfernt. Das sollte wohl ein Wink mit seinem Pferdefuß sein! Nun weiß ich doch gleich, wohin mich mein nächster Weg  führt und wo ich demnächst einkehren werde.

Schließlich habe ich mir nach insgesamt 594 Metern,  846 Schritten  und 22 verbrauchten Kalorien eine Belohnung verdient.

Seid ihr mutig genug, um euch in die Nähe des Teufels zu wagen? Dann schreibt mir gern unten eure Erfahrungen und Kommentare!

Lübecks kurzer Weg zum Teufel von St. Marien

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Ich freue mich auch über einen Wortwechsel 

 

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